Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung informierten die Schuldnerberaterinnen des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg e.V. sowie der Gemeinsamen Diakonischen Werke Rheinland-Süd gGmbH am 16.06.2026 in der Neuwieder Fußgängerzone über die Herausforderungen rund um das Pfändungsschutzkonto (P-Konto). Unter dem Motto "Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird" machten sie auf bestehende Missstände aufmerksam.
Obwohl das P-Konto Menschen mit einer Kontopfändung finanziell absichern soll, treten in der Praxis immer wieder erhebliche Probleme auf. Konten werden nicht fristgerecht in ein P-Konto umgewandelt, gesetzlich geschützte Freibeträge verspätet berücksichtigt oder vorhandenes Guthaben zeitweise gesperrt. Für die Betroffenen kann dies gravierende Folgen haben: Miete, Strom, Lebensmittel oder notwendige Medikamente können häufig nicht mehr rechtzeitig bezahlt werden.
Auch Bürgermeister Peter Jung besuchte die Informationsaktion und tauschte sich mit den Beraterinnen über die aktuelle Situation aus. Dabei unterstrich er die wichtige Rolle der Schuldnerberatung für Menschen in finanziellen Notlagen. Die Beratungsstellen leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Existenzen zu sichern, Rechte durchzusetzen und neue Perspektiven aufzuzeigen.
Die Schuldnerberaterinnen machten deutlich, dass das Pfändungsschutzkonto den gesetzlichen Schutz in der Praxis zuverlässig gewährleisten muss. Dafür seien eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben durch die Kreditinstitute, gut erreichbare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie einheitliche Standards erforderlich. Gleichzeitig appellieren die Beratungsstellen an die Politik, bestehende Defizite beim Pfändungsschutz wirksam zu beseitigen.
Die anerkannten Schuldnerberatungen in Neuwied werden vom Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. und den Gemeinsamen Diakonischen Werken Rheinland-Süd gGmbH getragen. Beide Träger unterstützen und beraten Menschen, die von Überschuldung, Kontopfändungen oder anderen finanziellen Krisensituationen betroffen sind.